Ort
Tagungszentrum Schloss Herrenhausen
Herrenhäuser Straße 5
30419 Hannover
Zeit
Fr 5.6. / 20:30
Einlass 45 min vor Beginn
Tickets
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
Als in den 1990er-Jahren das Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde, war damit auch der Grundgedanke verbunden, einen offenen Raum für Wissensaustausch und vernetzte Zusammenarbeit zu schaffen - barrierefrei und inklusiv. Heute beklagen immer mehr Menschen den sprichwörtlichen „Tod des Internets“: polarisierende Algorithmen statt Kommunikation auf Augenhöhe, Echokammern statt grenzenloser Vernetzung, Gewalt, Desinformation und Propaganda, darüber hinaus eine nicht endende Kommerzialisierung. Immer mehr Wissenschaftler:innen warnen zudem vor der destabilisierenden und Demokratie gefährdenden Macht der Plattformen.
Wie können soziale Netzwerke zurückgebracht und ein neues Gleichgewicht zwischen Analogem und Digitalem geschafft werden? Wie kann digitale Vernetzung demokratisch wirken? Wo liegen die Verantwortlichkeiten für eine Neuausrichtung und wie kann die Gesellschaft mitgenommen werden?
In ihrer Lecture-Performance arbeiten der niederländische Medientheoretiker und Internetkritiker Geert Lovink und der in Krakau lebende ukrainische Künstler und Mitbegründer von UKRAiNATV, Hlib Dovzhuk aka Glebalisation, zusammen. Lovink und Glebalisation stehen seit Jahren in engem kreativem Austausch und traten bereits gemeinsam in zahlreichen Live-Webcasts auf.
Die neueste „Theorie-Rap-Runde“, wie Lovink seine Performances nennt, gehen beide der Frage nach, in welchem mentalen Zustand sich die Milliarden von Internetnutzer:innen befinden. Sie rufen darin dazu auf, alternative Kommunikationskanäle zu erschließen, zusammenzukommen und den Strom in andere Bahnen zu lenken.
Geert Lovink zeigt auf unkonventionelle Art und Weise die gegenwärtige Verfasstheit des Internets und macht gemeinsam mit Glebalisation den Wunsch nach Alternativen hör- und sichtbar. Anna-Verena Nosthoff, Professorin an der Universität Oldenburg, vertieft diesen Ansatz im Gespräch.
Mit
Prof. Geert Lovink, Professor der Medientheorie, Universität Amsterdam
Glebalisation, Musiker und Medienkünstler, Krakau
Prof. Dr. Anna-Verena Nosthoff, Ethik der Digitalisierung, Institut für Philosophie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg