Zeit
Mi 29.4. / 19:00
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Eintritt frei
Anlässlich des 120. Geburtstages von Hannah Arendt und hinführend zur Premiere der Musiktheater-Produktion The Day Before von Brigitta Muntendorf, Christiane Jatahy und Rosa Montero laden die KunstFestSpiele gemeinsam mit den HANNAH ARENDT TAGEN und dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zu einem Gesprächsabend in die Orangerie in Herrenhausen ein. Ausgangspunkt ist der Mythos der Ilias und die von Hannah Arendt und ihrer Zeitgenossin Simone Weil geprägten Begriffe zu Gewalt, Macht und Freiheit. Es soll jene Frage diskutiert werden, nach der Theater, Oper und Epos seit jeher fragen und die heute bittere Aktualität hat: „Wie kann Krieg beendet werden?“
Homers Ilias, die erste große Kriegserzählung der Weltliteratur, liefert die Blaupause, nach der die Künstlerinnen in The Day Before den Zustand zwischen Ekstase und Agonie vor dem Ausbruch einer großen Katastrophe als immersive Erfahrung inszenieren. Die Produktion ist nicht zuletzt inspiriert von Hannah Arendts und Simone Weils philosophischen Interpretationen der Ilias.
Vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage stellt sich die Frage, wie wir heute mit uns unbequemen Wahrheiten umgehen und was es braucht, um der Mahnung Arendts und auch Weils zur Verteidigung der Freiheit und Demokratie Gehör zu verschaffen. Wie kommt es zur gegenwärtigen Konjunktur einer hundert Jahre alten Bestimmung des Politischen als Unterscheidung von Freund und Feind? Was steht universaler Freundschaft und sinnvoller Macht im Sinne Hannah Arendts im Weg? Wie liest Simone Weil das antike Gewalt-Gedicht der Ilias? Welche Impulse gehen von den Denkerinnen für heute aus?
Der Historiker Jörn Leonhard blickt in seinem Werk Über Kriege und wie man sie beendet: Zehn Thesen zurück auf Kriege der Vergangenheit, die alle irgendwann zu Ende gingen, und macht historisches Wissen fruchtbar für das Verständnis unserer Gegenwart.
Die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann, die gemeinsam mit ihrem Mann Jan Assmann 2018 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, ergründet die Logik von Krieg und Frieden und erforscht das Potenzial von Erinnerungsarbeit und geschichtlicher Weisheit.
Mit
Prof. Dr. Aleida Assmann, Professorin (em.) für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz
Prof. Dr. Jörn Leonhard, Professor für Westeuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Moderation Dr. Michael Köhler, Deutschlandfunk